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Eine Tafel mit vielen kleinen Farbmuster-Kacheln und Materialproben für Schuhe in einem hellen Raum. | © Gabor Shoes GmbH, Rosenheim Eine Tafel mit vielen kleinen Farbmuster-Kacheln und Materialproben für Schuhe in einem hellen Raum. | © Gabor Shoes GmbH, Rosenheim

Gabor Insights

Von der Nuance zum Schuh: Material & Colour Design bei Gabor

Autor*in: Michaela Halmburger Datum: 21. Mai 2026 Aktualisiert: 21. Mai 2026

Farben und Materialien verleihen jedem Schuh Charakter und bestimmen, wie selbstverständlich er sich in den Alltag einfügt. Kerstin Bätz-Hochstetter bringt als Designer Material & Colour bei Gabor ihre langjährige Erfahrung ein, um Kollektionen zu gestalten, die Trends mit Alltagstauglichkeit verbinden. Im Interview erzählt sie, wie sie internationale Trends aufgreift und mit feinem Gespür in harmonische Farb- und Materialwelten übersetzt, die Gabor Schuhe besonders machen.

Kerstin, du arbeitest seit vielen Jahren im Design. Was genau machst du heute bei Gabor?

Ich bin seit etwa 25 Jahren Designerin und habe in verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet. Mode, Trends und Farben ziehen sich durch mein ganzes Berufsleben. Seit Mai 2025 bin ich bei Gabor für den Bereich Material & Colour Design verantwortlich. Das heißt: Ich entwickle die Farb- und Materialwelten, in denen sich unsere Gabor Schuhe bewegen. Ich entscheide mit, welche Farben und welche Materialien sinnvoll sind, damit die Kollektionen stimmig wirken – und vor allem, damit sie im Alltag unserer Kundschaft funktionieren. 

Was bedeutet Material & Colour Design bei Gabor und wie gehst du dabei vor?

Für mich beginnt Material & Colour Design immer mit der Frage: Welche Farben und Materialien sind in dieser Saison für unsere Kundschaft wirklich nachvollziehbar und tragbar?

Ich arbeite mit einer klaren Farbkarte und einer Materialpalette. Die Farbkarte enthält zum einen Klassiker, also Töne wie Marine, Dunkelblau, bestimmte Rotnuancen oder Naturtöne. Dazu kommen saisonale Trendfarben für Schuhe, die ich aus der internationalen Mode ableite und so auswähle, dass sie als Leder-Farben gut funktionieren.

Nicht jeder Trend lässt sich dabei eins zu eins umsetzen. Ein auffälliger Kuhfell-Print mag auf dem Laufsteg spannend sein, wäre für uns aber zu laut. In solchen Fällen übersetze ich den Trend: Statt stark gemustertem Kuhfell setzen wir zum Beispiel auf einfarbige, gedeckte Haarleder in Schwarz, Braun oder einem satten Beerenton. So bleibt die Oberfläche interessant und im Trend, aber der Schuh ist vielseitig kombinierbar und passt zum Gabor Design.

Mir ist wichtig, dass die Kollektion wie aus einem Guss wirkt – Farben und Materialien sollen harmonieren und zur Marke passen. Bei auffälligen Trendfarben oder experimentellen Materialien frage ich mich immer, wie wir diese so übersetzen können, dass sie zu Gabor und zum Alltag unserer Kundschaft passen. Trends filtere ich bewusst: Nicht alles, was auf den Laufstegen zu sehen ist, muss in unsere Kollektion einfließen. Entscheidend ist, dass ein Schuh auch nach mehreren Saisons gerne getragen wird.

Warum sind Farben und Materialien für dich das Herzstück einer Schuhkollektion und wie entsteht daraus die Farbpalette für Gabor?

Farben und Materialien bestimmen, wie ein Schuh wahrgenommen wird und ob er sich harmonisch in einen Stil einfügt. Ein Modell in einer unpassenden Farbe kann einen ansonsten sehr stimmigen Look aus dem Gleichgewicht bringen. Umgekehrt kann ein gut gewählter Ton ein schlichtes Styling deutlich aufwerten.

Für mich sind Schuhe längst mehr als reine Gebrauchsgegenstände – sie spiegeln die eigene Stimmung wider: 

  • Im Sommer darf es ein gelber oder pinker Schuh sein, wenn die Stimmung leicht ist.
  • Im Winter greifen viele lieber zu gedeckten Tönen und neutralen Schuhfarben, die zu vielen Mänteln und Hosen passen.

Trotzdem bleibt für mich immer der gleiche Ausgangspunkt: Komfort und Passform müssen stimmen. Erst wenn der Schuh bequem ist, macht es Sinn, über Farbe, Material und Gabor-Design zu sprechen.      

Wenn die Trendrichtungen feststehen, übersetze ich sie in eine Farbkarte für die Saison. Diese Farbkarte besteht aus:

  • konstanten Tönen, die unsere Kundschaft kennt, etwa Schwarz, Marine oder bestimmte Naturtöne
  • saisonalen Farben, die neu hinzukommen und die Kollektion aktualisieren

Nicht jede Trendfarbe wird sofort großflächig eingesetzt, manche erscheinen zunächst als Detail, etwa als Schnürsenkel oder Zierkante, und werden erst in der nächsten Saison präsenter. Mithilfe digitaler Einfärbungen lassen sich neue Farbtöne virtuell am Modell testen, sodass das gesamte Team sehen kann, wie sich die Farben auf den Schuhen entfalten. Auf dieser Basis wählen wir gemeinsam mit Einkauf und Herstellern die passenden, hochwertigen Materialien aus, die den Charakter der Kollektion prägen.FormularbeginnFormularende

Eine Frau sitzt auf hellem Boden, die Beine angewinkelt, und trägt flache, braune Leder-Pantoletten mit geflochtenen Riemen und offener Zehenpartie. | © Gabor Shoes GmbH, Rosenheim

Ein gut gewählter Farbton vollendet dein Styling.

Drei Damen-Sandalen in Schlangenoptik, Gelb mit Plateau und Braun mit Schnallen auf hellem Hintergrund. | © Gabor Shoes GmbH, Rosenheim

Farben als Ausdruck deiner Stimmung, kombiniert mit perfekter Passform.

Wie beeinflussen Farbe und Material, wie sich ein Schuh im Alltag anfühlt?

Zuerst schaue ich: Wofür wird der Schuh gebraucht?

  • Für lange Tage im Büro oder im Geschäft.
  • Für City-Trips und Reisen.
  • Für besondere Anlässe.

Ein bequemer Schuh für den Alltag braucht zum Beispiel eine andere Materialwahl als ein Abendschuh. Ein weiches Lammleder kann sich großartig anfühlen, muss an stark beanspruchten Stellen aber stabil unterstützt werden. Bei Veloursleder spielt Pflege eine Rolle, bei Glattleder eher die Oberflächenqualität.

Gleichzeitig transportiert die Farbe eine Stimmung: Ein cremefarbener Sneaker wirkt anders als ein tiefschwarzer Boot. Für mich hängt das alles zusammen – Haptik, Optik und der Moment, in dem der Schuh getragen wird.

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Woher nimmst du deine Ideen für neue Farben und Materialien?

Ich starte jede Saison mit einem breiten Blick auf die Modewelt. Ich schaue mir die großen Fashionshows in Paris, Mailand und New York an und achte darauf, welche Farb- und Materialrichtungen sich durchziehen. Dazu kommen spezialisierte Trendservices, Auswertungen zu Schuh- und Accessoire-Trends sowie ganz viel Alltag: Streetstyles in Städten, Magazine, Online-Formate, Instagram und Influencer.

All diese Eindrücke sammle ich in Themen-Boards. Daraus filtere ich drei Richtungen heraus, die zu Gabor passen. Für jede Richtung definiere ich eine Farbwelt und sammle Bilder, die das Gefühl dazu transportieren – aus Mode, Architektur oder Alltag.

So entsteht Schritt für Schritt die Grundlage, auf der ich entscheide, welche Trendfarben für die Schuhe bei Gabor wirklich eine Rolle spielen.

Eine Frau steht mit Kaffee vor einem Zeitschriften-Kiosk und trägt braune flache Sneaker. | © Gabor Shoes GmbH, Rosenheim

Die spannendsten Streetstyles der Metropolen, übersetzt in die perfekten Farben für deinen Look.

Mehrere Lederhäute in Braun- und Gelbtönen hängen dicht nebeneinander an Metallklemmen. | © Gabor Shoes GmbH, Rosenheim

Hochwertiges Leder für Qualität, die dich lange begleitet.

Wie findest du die Balance zwischen Klassikern und Trends?

Für mich schließen sich Klassiker und Trends nicht aus, sie ergänzen sich. Klassische Farben wie Schwarz, Marine oder ein ausgewählter Rotton bleiben fest in der Gabor Farbpalette verankert. Unsere Kundschaft kennt diese Töne und greift immer wieder darauf zurück. Dazu kommen saisonale Akzente:

  • Ein Mokkabraun kann in einer Wintersaison stärker sein als Schwarz.
  • Bei Sneakern kann ein klares Weiß in manchen Phasen etwas zurücktreten, während cremige Töne oder Naturweiß relevanter werden.

Wichtig ist mir, dass jemand mit einer eher reduzierten Garderobe immer Schuhe findet, die sich vielseitig kombinieren lassen – und dass es daneben Modelle gibt, die Lust auf etwas Neues machen, ohne verkleidet zu wirken.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in deiner Arbeit mit Farben und Materialien?

Für mich beginnt Nachhaltigkeit sehr konkret bei der Gabor Qualität: Ein Schuh ist für mich nachhaltig, wenn er viele Saisons getragen werden kann, weil Material, Verarbeitung und Design darauf ausgelegt sind.

Ich achte deshalb stark auf:

  • langlebige, hochwertige Leder
  • Materialien, die sich gut pflegen lassen
  • eine sinnvolle Platzierung empfindlicher Materialien, damit sie im Alltag bestehen

Parallel arbeiten wir daran, den Anteil ressourcenschonender Materialien in den Kollektionen zu erhöhen – zum Beispiel durch von der Leather Working Group zertifizierte Gerbereien und Färbeverfahren mit reduziertem Wasser- und Chemikalieneinsatz.

Farbe, Haptik, Langlebigkeit und eine möglichst verantwortungsvolle Herstellung gehören für mich zusammen. Nur so entstehen Schuhe, die man lange und gerne trägt.

Gibt es eine Farbe oder ein Material, das dich persönlich besonders inspiriert?

Ja. Farblich begleitet mich seit vielen Jahren ein bestimmtes Dunkelblau – ein Ton, den ich oft als „japanisches Blau“ bezeichne. Diese Farbe lässt sich immer wieder neu kombinieren und passt sich vielen anderen Tönen an, ohne langweilig zu werden.

Beim Material liebe ich weiches Glattleder, gerade bei Boots. Ein guter Lederstiefel wird mit der Zeit schöner: Das Leder bekommt Charakter, Falten erzählen eine Geschichte. Solche Schuhe passen sehr gut zu dem, was ich unter Gabor Schuhen aus Leder verstehe – sie begleiten lange und entwickeln sich mit dem Leben mit.

Wie wünschst du dir, dass deine Arbeit wahrgenommen wird, wenn jemand ein Paar Gabor Schuhe in die Hand nimmt oder anprobiert?

Ich wünsche mir, dass man spürt, wie sorgfältig Farbe und Material gewählt sind – auch wenn man das nicht bewusst analysiert.

Idealerweise passiert etwas sehr Einfaches: Jemand nimmt einen Schuh in die Hand, spürt, wie sich das Leder anfühlt, wie ruhig oder lebendig die Farbe wirkt, probiert ihn an und merkt, dass Komfort und Gabor Design zusammenkommen.

Wenn jemand einen Gabor Schuh mit nach Hause nimmt, ihn im Alltag trägt, auf Reisen, im Büro, und sich dabei gut fühlt, dann ist das genau die Wahrnehmung, die ich mir für meine Arbeit wünsche.

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