Was bedeutet Material & Colour Design bei Gabor und wie gehst du dabei vor?
Für mich beginnt Material & Colour Design immer mit der Frage: Welche Farben und Materialien sind in dieser Saison für unsere Kundschaft wirklich nachvollziehbar und tragbar?
Ich arbeite mit einer klaren Farbkarte und einer Materialpalette. Die Farbkarte enthält zum einen Klassiker, also Töne wie Marine, Dunkelblau, bestimmte Rotnuancen oder Naturtöne. Dazu kommen saisonale Trendfarben für Schuhe, die ich aus der internationalen Mode ableite und so auswähle, dass sie als Leder-Farben gut funktionieren.
Nicht jeder Trend lässt sich dabei eins zu eins umsetzen. Ein auffälliger Kuhfell-Print mag auf dem Laufsteg spannend sein, wäre für uns aber zu laut. In solchen Fällen übersetze ich den Trend: Statt stark gemustertem Kuhfell setzen wir zum Beispiel auf einfarbige, gedeckte Haarleder in Schwarz, Braun oder einem satten Beerenton. So bleibt die Oberfläche interessant und im Trend, aber der Schuh ist vielseitig kombinierbar und passt zum Gabor Design.
Mir ist wichtig, dass die Kollektion wie aus einem Guss wirkt – Farben und Materialien sollen harmonieren und zur Marke passen. Bei auffälligen Trendfarben oder experimentellen Materialien frage ich mich immer, wie wir diese so übersetzen können, dass sie zu Gabor und zum Alltag unserer Kundschaft passen. Trends filtere ich bewusst: Nicht alles, was auf den Laufstegen zu sehen ist, muss in unsere Kollektion einfließen. Entscheidend ist, dass ein Schuh auch nach mehreren Saisons gerne getragen wird.